Die VAE haben offiziell die nächste Phase ihres nationalen E-Invoicing-Programms erreicht. Am 1. Juli 2026 ist die freiwillige Pilotphase gestartet. Unternehmen können nun elektronische Rechnungen austauschen, bevor E-Invoicing im Jahr 2027 verpflichtend wird.
Mit der Pilotphase geht das Programm von der Vorbereitung in die praktische Umsetzung über. Unternehmen können ihre Prozesse, Systeme und Integrationen nun gemeinsam mit Accredited Service Providers (ASPs) unter realen Bedingungen testen. Der Pilot folgt auf die Veröffentlichung der aktualisierten E-Invoicing-Richtlinien der VAE, die weitere Klarstellungen für die bevorstehende Einführung enthalten. Obwohl die Teilnahme für die meisten Unternehmen freiwillig ist, bietet die Pilotphase die Möglichkeit, Implementierungsrisiken vor Beginn der Verpflichtung zu minimieren.
Von der Vorbereitung zur praktischen Umsetzung
Das Finanzministerium hat kürzlich Version 1.1 der offiziellen E-Invoicing-Richtlinien veröffentlicht. Diese enthält zusätzliche Erläuterungen zu den operativen Anforderungen vor Beginn der Pilotphase. Behandelt werden unter anderem Aufbewahrungspflichten für Rechnungen, Anzahlungsfälle und weitere praktische Umsetzungsszenarien. Die aktualisierten Leitlinien schaffen mehr Klarheit, der Zeitplan für die Einführung bleibt jedoch unverändert.
Die verpflichtende Einführung beginnt 2027
Die VAE verfolgen weiterhin einen stufenweisen Einführungsplan. Größere Unternehmen erhalten dadurch mehr Zeit zur Vorbereitung, bevor die Verpflichtung auf alle Unternehmen ausgeweitet wird.
- 1. Juli 2026: Start der freiwilligen E-Invoicing-Pilotphase.
- 30. Oktober 2026: Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen AED müssen einen Accredited Service Provider benennen.
- 1. Januar 2027: Verpflichtendes E-Invoicing für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen AED.
- 1. Juli 2027: Verpflichtendes E-Invoicing für alle übrigen Unternehmen.
- 1. Oktober 2027: Öffentliche Einrichtungen werden in das Programm aufgenommen.
Dieser stufenweise Ansatz ermöglicht Unternehmen eine schrittweise Umsetzung der neuen Anforderungen. Gleichzeitig erhalten Softwareanbieter und Dienstleister Zeit, sich auf steigende Transaktionsvolumen vorzubereiten.
Peppol bildet das Fundament des Modells der VAE
Das Modell der VAE basiert auf einer Peppol-basierten Four-Corner-Architektur, bei der Accredited Service Providers den sicheren Austausch elektronischer Rechnungen zwischen Geschäftspartnern ermöglichen. In einem früheren Beitrag haben wir die Peppol-basierte Four-Corner-Architektur der VAE ausführlicher erläutert.
Immer mehr Länder setzen Peppol als Grundlage ihrer nationalen E-Invoicing-Infrastruktur ein. Dadurch können international tätige Unternehmen ihre grenzüberschreitenden Rechnungsprozesse weiter standardisieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Peppol sicheres und rechtskonformes E-Invoicing unterstützt.
Warum Unternehmen nicht warten sollten
Auch wenn viele Unternehmen erst 2027 zur Nutzung von E-Invoicing verpflichtet werden, bietet die freiwillige Pilotphase wertvolle Zeit für die Vorbereitung. Ein E-Invoicing-Projekt umfasst weit mehr als nur die technische Anbindung. Unternehmen sollten außerdem ihre Rechnungsprozesse, Stammdaten, ERP-Integrationen, das Lieferanten-Onboarding und ihre Governance überprüfen.
Eine frühzeitige Teilnahme hilft dabei, Ausnahmen zu erkennen, Rechnungsprozesse zu validieren und Integrationsprobleme zu beheben, bevor die gesetzlichen Fristen greifen.
Änderungen, die Unternehmen jetzt umsetzen sollten
Mit dem Start der freiwilligen Pilotphase sollten Unternehmen die kommenden verpflichtenden Einführungsstufen vorbereiten, indem sie:
- prüfen, ob sie zur ersten verpflichtenden Einführungsphase gehören;
- gegebenenfalls einen Accredited Service Provider auswählen und anbinden;
- ERP-Integrationen und Rechnungsprozesse überprüfen;
- die Qualität ihrer Rechnungs- und Stammdaten sicherstellen;
- wenn möglich den End-to-End-Austausch elektronischer Rechnungen während der Pilotphase testen;
- weitere Veröffentlichungen des Finanzministeriums verfolgen. Einen ausführlichen Überblick über die Anforderungen finden Sie auch in unserem Beitrag zu den offiziellen E-Invoicing-Richtlinien der VAE.
Unternehmen, die die Pilotphase optimal nutzen, sind besser auf die verpflichtende Einführung von E-Invoicing im Jahr 2027 vorbereitet.



