Das Finanzministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat die ersten offiziellen operativen Richtlinien für das künftige B2B- und B2G-E-Invoicing-System veröffentlicht. Die Leitlinien geben Unternehmen praktische Informationen zum Anwendungsbereich, zu den technischen Anforderungen und zum Zeitplan für die Einführung, bevor der freiwillige Pilot am 1. Juli 2026 startet.
Offizielle Richtlinien schaffen mehr Klarheit für die Umsetzung
Nachdem die VAE bereits die schrittweise Einführung der verpflichtenden E-Invoicing bestätigt hatten, wurden nun ausführliche operative Richtlinien veröffentlicht, die erläutern, wie das neue System in der Praxis funktionieren wird.
Das Dokument beschreibt das gesamte E-Invoicing-Modell, die technischen Standards, den Anwendungsbereich, die Anforderungen an Rechnungen, Steuercodes, Vorbereitungsschritte sowie die schrittweise Einführung im Jahr 2027.
Für Unternehmen, die in den VAE tätig sind, ist dies ein wichtiger Meilenstein. Die Leitlinien liefern die operativen Details, auf die viele Unternehmen gewartet haben, bevor sie ihre Implementierungsprojekte starten.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Die Verpflichtung gilt für mehrwertsteuerregistrierte Unternehmen, die B2B- und B2G-Rechnungen ausstellen. Einige Transaktionen bleiben jedoch ausgenommen, darunter:
- B2C-Transaktionen
- Bestimmte steuerbefreite Finanzdienstleistungen
- Bestimmte Tätigkeiten von Fluggesellschaften
- Ausgewählte hoheitliche staatliche Transaktionen
Die Leitlinien erläutern diese Ausnahmen im Detail und stellen klar, welche Rechnungstypen künftig über das neue E-Invoicing-System ausgetauscht werden müssen.
Technischer Rahmen basiert auf Peppol
Die VAE setzen auf das Peppol-Netzwerk in Kombination mit der PINT-AE-Spezifikation für den Austausch strukturierter elektronischer Rechnungen.
Unternehmen müssen mit einem Accredited Service Provider (ASP) zusammenarbeiten, der die Verbindung zum nationalen E-Invoicing-Netzwerk herstellt. Darüber hinaus beschreiben die Leitlinien die erforderlichen Rechnungsdaten, Validierungsregeln und technischen Standards, die Unternehmen bei ihrer Umsetzung berücksichtigen sollten.
Damit folgen die VAE dem internationalen Trend hin zu interoperablen E-Invoicing-Modellen auf Basis von Peppol.
Freiwilliger Pilot startet im Juli 2026
Die freiwillige Pilotphase beginnt am 1. Juli 2026. Ab diesem Zeitpunkt können mehrwertsteuerregistrierte Unternehmen, die B2B- oder B2G-Rechnungen ausstellen, sich an das neue System anbinden und elektronische Rechnungen austauschen, bevor die Verpflichtung in Kraft tritt.
Diese Phase ermöglicht es Unternehmen, Integrationen zu testen, Geschäftsprozesse zu validieren und praktische Erfahrungen vor den gesetzlichen Fristen zu sammeln.
Verpflichtende Einführung beginnt 2027
Die Einführung erfolgt in drei Phasen:
- 1. Januar 2027: Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen AED müssen E-Invoicing verpflichtend einführen.
- 1. Juli 2027: Auch kleinere mehrwertsteuerregistrierte Unternehmen werden einbezogen.
- 1. Oktober 2027: Staatliche Einrichtungen werden angeschlossen und G2B-Rechnungen fallen ebenfalls unter die Verpflichtung.
Durch diesen stufenweisen Ansatz erhalten Unternehmen mehr Zeit für die Vorbereitung, während die VAE ihr nationales E-Invoicing-Netzwerk schrittweise ausbauen.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Auch wenn die Verpflichtung erst 2027 gilt, sollten Unternehmen nicht bis kurz vor den Fristen warten.
Das Finanzministerium empfiehlt, bestehende Rechnungsprozesse zu analysieren, die Erstellung strukturierter elektronischer Rechnungen zu planen, einen Accredited Service Provider (ASP) auszuwählen und ERP-Integrationen frühzeitig vorzubereiten.
Die veröffentlichte Readiness Checklist bietet hierfür einen praktischen Ausgangspunkt.
Änderungen, die Unternehmen umsetzen müssen
Unternehmen in den VAE sollten die Zeit bis Juli 2026 nutzen, um die neuen Leitlinien sorgfältig zu prüfen und ihre bestehenden Rechnungsprozesse zu bewerten. Eine frühzeitige Vorbereitung reduziert Implementierungsrisiken und erleichtert die Teilnahme am freiwilligen Pilotprojekt, bevor E-Invoicing im Jahr 2027 verpflichtend wird.
Die vollständigen operativen Leitlinien sind beim Finanzministerium der Vereinigten Arabischen Emirate verfügbar.



