VAE bereiten Unternehmen auf die verpflichtende E-Invoicing-Einführung 2027 vor

Die VAE haben ihr Peppol-basiertes 4-Corner-Modell für E-Invoicing in Betrieb genommen und damit den nächsten Schritt hin zu verpflichtenden Continuous Transaction Controls im Jahr 2027 gemacht.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung verpflichtendes E-Invoicing unternommen und ihr dezentrales, Peppol-basiertes 4-Corner-Modell in Betrieb genommen. Das Framework ermöglicht Unternehmen den Austausch strukturierter elektronischer Rechnungen über akkreditierte Service Provider und bildet gleichzeitig die Grundlage für das verpflichtende Continuous Transaction Controls (CTC)-Modell ab 2027.

Von der Strategie zum operativen Framework

Nach der Veröffentlichung der E-Invoicing-Richtlinien und dem Start des freiwilligen Pilotprogramms haben die VAE nun auch das technische Framework in Betrieb genommen, auf dem das nationale E-Invoicing-System basiert.

Am 21. April 2026 aktivierte das Finanzministerium das dezentrale B2B-Framework für E-Invoicing. Unternehmen können seitdem strukturierte elektronische Rechnungen über Accredited Service Providers (ASPs) austauschen. Das Onboarding erfolgt über die Plattform EmaraTax.

Im Gegensatz zu Clearance-Modellen, bei denen Rechnungen über eine zentrale staatliche Plattform laufen, verfolgen die VAE einen dezentralen Ansatz. Unternehmen tauschen Rechnungen direkt über zertifizierte Dienstleister aus, die innerhalb eines gemeinsamen Netzwerks mit einheitlichen Interoperabilitätsregeln arbeiten.

Von Beginn an auf Peppol aufgebaut

Die VAE gehören zu den ersten Ländern, die ihr nationales E-Invoicing-Framework von Anfang an auf dem Peppol-Netzwerk aufgebaut haben. Anstatt ein länderspezifisches Austauschmodell zu entwickeln, setzt das Land auf international anerkannte Standards für einen sicheren und interoperablen Austausch elektronischer Rechnungen.

Das Framework verwendet die PINT AE-Spezifikation, die auf den Peppol-Standards und XML-Rechnungsformaten basiert. Dadurch können Unternehmen über Accredited Service Providers Rechnungen anhand einheitlicher technischer Vorgaben austauschen, ohne individuelle Punkt-zu-Punkt-Integrationen aufzubauen.

Für Unternehmen, die Peppol bereits in anderen Ländern nutzen, kann dieser Ansatz die internationale Erweiterung vereinfachen und den Aufwand für die Unterstützung verschiedener nationaler E-Invoicing-Modelle reduzieren. Gleichzeitig können sie auf bestehenden Peppol-Fähigkeiten aufbauen, wenn die VAE 2027 verpflichtendes E-Invoicing einführen.

Freiwillige Austauschphase gestartet

Mit der Inbetriebnahme des Frameworks hat auch die freiwillige Austauschphase begonnen. Sie läuft während der Jahre 2026 und 2027.

In dieser Phase können Unternehmen:

  • sich an einen Accredited Service Provider anbinden,
  • ihre ERP- und Finanzsysteme integrieren,
  • den End-to-End-Austausch elektronischer Rechnungen testen,
  • praktische Erfahrungen sammeln, bevor die Verpflichtung in Kraft tritt.

Diese Phase ermöglicht es außerdem Service Providern und Steuerbehörden, das Netzwerk und die Datenflüsse vor der verpflichtenden Einführung unter realen Bedingungen zu validieren.

Verpflichtende Meldung ab 2027

Während sich das aktuelle Modell auf den Rechnungsaustausch zwischen Geschäftspartnern konzentriert, haben die VAE bestätigt, dass das Framework ab 2027 zu einer 5-Corner-Architektur erweitert wird.

Im Rahmen dieses Modells werden Rechnungsdaten zusätzlich in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit an die Federal Tax Authority (FTA) übermittelt. Dadurch werden Continuous Transaction Controls (CTC) eingeführt, während der dezentrale Austausch über das Peppol-Netzwerk erhalten bleibt.

Das Ergebnis ist ein hybrides Modell, das die Interoperabilität zwischen Unternehmen mit den Anforderungen der Steuerbehörden verbindet.

Zeitplan der Einführung

  • April 2026: Das operative Peppol-basierte 4-Corner-Modell wird verfügbar.
  • 2026 bis 2027: Onboarding der Accredited Service Providers, Systemintegration, Tests und freiwillige Einführung.
  • 2027: Einführung des verpflichtenden 5-Corner-Modells mit Meldung an die Federal Tax Authority.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Die VAE setzen ihre Roadmap für verpflichtendes E-Invoicing konsequent um. Jeder neue Meilenstein schafft mehr Klarheit für Unternehmen, die sich auf die kommenden Anforderungen vorbereiten.

Auch wenn die verpflichtende Meldung erst 2027 beginnt, sollten Unternehmen bereits jetzt geeignete Service Provider auswählen, ERP-Integrationen vorbereiten und analysieren, wie ihre bestehenden Rechnungsprozesse innerhalb des neuen Peppol-Frameworks funktionieren werden.

Unternehmen, die Peppol bereits in anderen Ländern einsetzen, können dabei auf ihre bestehende Infrastruktur aufbauen und ihre E-Invoicing-Compliance über mehrere Länder hinweg einfacher gestalten.

Welche Änderungen Unternehmen jetzt umsetzen sollten

Unternehmen mit Geschäftstätigkeiten in den VAE sollten sich jetzt vorbereiten, indem sie:

  • Accredited Service Providers und deren Leistungsumfang bewerten,
  • die ERP-Anbindung an das Peppol-Netzwerk überprüfen,
  • ihre Rechnungsdaten mit der PINT AE-Spezifikation abgleichen,
  • Tests während der freiwilligen Austauschphase einplanen,
  • interne Prozesse auf die verpflichtende Meldung an die Federal Tax Authority ab 2027 vorbereiten.

Quelle: Gulf Business, „UAE launches e-invoicing 4-corner model to advance digital tax system.“

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