Großbritannien entscheidet sich für das Peppol-Netzwerk zur Einführung von E-Invoicing

Großbritannien hat Peppol als Interoperabilitätsnetzwerk für die geplante verpflichtende E-Invoicing-Einführung ab 2029 bestätigt.

Die britische Regierung hat bestätigt, dass das Peppol-Netzwerk als Core Interoperability Network (CIN) für die geplante verpflichtende E-Invoicing-Einführung ab 2029 dienen wird. Obwohl die Verpflichtung erst in einigen Jahren in Kraft tritt, schafft diese Entscheidung endlich Klarheit über die technische Ausrichtung und gibt Unternehmen, Softwareanbietern und Serviceprovidern Zeit, sich vorzubereiten.

Peppol bildet die Grundlage des britischen Modells

Mit der Entscheidung für Peppol setzt Großbritannien auf ein etabliertes internationales Interoperabilitätsnetzwerk, anstatt eine neue nationale Infrastruktur zu entwickeln. Damit baut das Land auf bestehende Strukturen auf und folgt dem Weg, den immer mehr Länder bei der Einführung von E-Invoicing einschlagen.

Davon profitieren insbesondere international tätige Unternehmen. Ein gemeinsames Interoperabilitätsnetzwerk reduziert den Implementierungsaufwand, sorgt für mehr Einheitlichkeit zwischen Ländern und vereinfacht den grenzüberschreitenden Rechnungsaustausch.

Auf vorhandener Erfahrung aufbauen

Großbritannien beginnt nicht bei null. Der National Health Service (NHS) tauscht bereits seit 2022 Rechnungen über Peppol aus und gehört inzwischen zu den weltweit größten Nutzern des Netzwerks. Diese Erfahrungen bilden eine solide Grundlage für die Ausweitung von E-Invoicing im öffentlichen und privaten Sektor.

Peppol unterstützt zudem weit mehr als elektronische Rechnungen. Über das Netzwerk können auch Bestellungen, Kataloge und Versandavise sicher ausgetauscht werden. Damit eignet sich Peppol als Grundlage für die weitere Digitalisierung von Beschaffungsprozessen und Source-to-Pay.

Großbritannien reiht sich in die wachsende Zahl der Peppol-Länder ein

Mit dieser Ankündigung schließt sich Großbritannien Ländern an, die Peppol bereits als Bestandteil ihrer nationalen E-Invoicing-Strategie eingeführt haben, darunter Belgien, Irland, die Slowakei, Singapur, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Bestätigung folgt auf die frühere Ankündigung, dass die verpflichtende Einführung von E-Invoicing ab 2029 erfolgt. Gleichzeitig baut sie auf dem umfassenderen Programm von HMRC zur Modernisierung des britischen Steuersystems auf und schafft nun Klarheit über die technische Infrastruktur für die künftige Verpflichtung.

Mit der zunehmenden internationalen Verbreitung von Peppol können Unternehmen ihre E-Invoicing-Strategie über mehrere Länder hinweg stärker standardisieren. Erfahren Sie mehr über die Vorteile des Netzwerks und wie Sie sich vorbereiten können auf unserer Peppol-Seite.

Auch andere Länder bauen ihre Peppol-Programme weiter aus. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate kürzlich ihr Peppol-basiertes Vier-Ecken-Modell für E-Invoicing bestätigt und offizielle Implementierungsrichtlinien veröffentlicht, bevor die stufenweise Einführung im Jahr 2027 beginnt.

Für international tätige Unternehmen schafft die zunehmende Verbreitung von Peppol mehr Einheitlichkeit zwischen verschiedenen Ländern. Dadurch sinkt die Komplexität von Implementierungen und ein standardisierter Ansatz für grenzüberschreitendes E-Invoicing wird erleichtert.

Wichtige Entscheidungen zur Umsetzung stehen noch aus

Obwohl das Interoperabilitätsmodell nun feststeht, müssen vor dem Inkrafttreten der Verpflichtung im Jahr 2029 noch wichtige politische Entscheidungen getroffen werden.

Eine der wichtigsten Fragen betrifft den zukünftigen Umgang mit bestehenden EDI- und Drei-Ecken-Modellen. Die Regierung könnte verlangen, dass künftig alle Rechnungen über Peppol ausgetauscht werden. Ebenso wäre es möglich, bestehende Austauschmodelle parallel zum neuen Rahmen weiterhin zuzulassen.

Ein vergleichbarer Ansatz besteht bereits in Belgien. Dort dürfen Unternehmen während der Übergangsphase weiterhin alternative Austauschmethoden nutzen, bis die künftigen Anforderungen an das E-Reporting eingeführt werden.

Änderungen, die Unternehmen umsetzen sollten

  • Prüfen Sie, ob Ihr aktueller E-Invoicing-Anbieter Peppol unterstützt.
  • Bewerten Sie, wie sich die britischen Anforderungen in Ihre internationale E-Invoicing-Strategie einfügen.
  • Verfolgen Sie künftige Leitlinien der Regierung zu Einführungsphasen und technischen Spezifikationen.
  • Analysieren Sie, welche Auswirkungen die neuen Vorgaben auf bestehende EDI-Verbindungen haben können.
  • Erarbeiten Sie eine skalierbare Peppol-Strategie, die sowohl die britischen Anforderungen als auch internationale Expansion unterstützt.

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