Außerordentliche SII-Austrittsfrist nach VERI*FACTU-Verschiebung

Auswirkungen der VERI*FACTU-Verschiebung auf SII-Entscheidungen 2026

Spanien hat eine außergewöhnliche Maßnahme eingeführt, die es Unternehmen ermöglicht, die freiwillige Teilnahme am SII nach der Verschiebung von VERIFACTU zu beenden. Die Änderung wurde durch Royal Decree-Law 16/2025 eingeführt und gilt für Unternehmen, die dem SII beigetreten sind, um von der VERIFACTU-Ausnahme zu profitieren.

Dieses temporäre Zeitfenster behebt eine unbeabsichtigte Folge der VERI*FACTU-Verschiebung, weil einige Steuerpflichtige im SII gebunden waren, obwohl der ursprüngliche Grund für den Beitritt nicht mehr gilt. Die Verschiebung ist Teil einer breiteren Anpassung der spanischen e-invoicing Roadmap, wie in Spain pushes back e-invoicing go-live date erläutert.

Warum SII und VERI*FACTU miteinander verknüpft wurden

Im Rahmen von VERIFACTU sind Unternehmen, die am SII teilnehmen, von bestimmten VERIFACTU-Pflichten ausgenommen. Dadurch haben sich viele Unternehmen im Jahr 2025 freiwillig für SII angemeldet, um zusätzliche Compliance-Anforderungen im Zusammenhang mit VERI*FACTU zu vermeiden.

Diese Ausnahmelogik steht im Kontext des spanischen Ziels, nationale e-invoicing und Reporting-Frameworks an europäische Standards anzugleichen, wie zuvor in Spain aligns B2B e-invoicing standards with EU requirements beschrieben.

Das Timingproblem für freiwillige SII-Teilnehmer

Die reguläre Frist für den Austritt aus dem SII liegt im November des Vorjahres. Als die VERI*FACTU-Verschiebung im Dezember 2025 bestätigt wurde, war diese Frist bereits abgelaufen.

Dadurch konnten Unternehmen, die SII ausschließlich wegen VERIFACTU gewählt hatten, den Austritt nicht über die regulären Wege erklären, obwohl sich die Rahmenbedingungen geändert hatten. Die weitergehenden Auswirkungen der VERIFACTU-Verschiebung, die den Zeitplan nun bis 2027 verlängert, werden in VERIFACTU e-invoicing in Spain delayed until 2027 ausführlicher erläutert.

Was die Übergangsregelung ermöglicht

Royal Decree-Law 16/2025 führt eine gezielte Übergangslösung für diese Situation ein.

Unternehmen, die sich freiwillig für die elektronische Führung der Umsatzsteuerbücher über die elektronische Plattform der spanischen Steuerbehörde entschieden haben, erhalten eine außergewöhnliche Möglichkeit, die SII-Teilnahme außerhalb der üblichen Frist zu beenden.

Die Kernelemente dieser Maßnahme sind:

  • Ein außergewöhnliches Austrittsfenster vom 25. Dezember 2025 bis 31. Januar 2026
  • Die Option gilt nur für Steuerpflichtige mit freiwilliger SII-Teilnahme
  • Unternehmen mit verpflichtender SII-Pflicht sind ausdrücklich ausgeschlossen

Was das für Unternehmen bedeutet

Für Unternehmen, die dem SII beigetreten sind, um von VERIFACTU-Pflichten ausgenommen zu werden, schafft diese Maßnahme wieder Flexibilität. Sie ermöglicht eine Neubewertung der Reporting-Entscheidung im Licht des angepassten VERIFACTU-Zeitplans und die Frage, ob SII weiterhin ausreichend Nutzen liefert.

Gleichzeitig bedeuten der enge Anwendungsbereich und der kurze Zeitraum, dass Unternehmen schnell handeln und ihre Berechtigung prüfen sollten, bevor sie Änderungen umsetzen.

Punkte zur Prüfung vor dem Austritt aus SII

Bevor Unternehmen dieses außergewöhnliche Zeitfenster nutzen, sollten sie bewerten:

  • Ob SII weiterhin operative oder Compliance-Vorteile über VERI*FACTU hinaus bietet
  • Welche Auswirkungen ein Austritt auf Umsatzsteuer-Reporting-Prozesse und Systemintegrationen hat
  • Wie künftige VERI*FACTU-Meilensteine die Compliance-Strategie langfristig beeinflussen

Dieses Update zeigt, wie eng Spaniens digitale Umsatzsteuerinitiativen miteinander verknüpft sind und wie Änderungen in einem Programm direkte Folgen für ein anderes haben können. Eine sorgfältige Bewertung bleibt bei überlappenden Verpflichtungen entscheidend.

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