Frühe Indikatoren der Einführung von Fiscalization 2.0 in Kroatien

Was die Zahlen vom Januar 2026 über Einführung, Compliance und Probleme zeigen


Kroatien befindet sich in der ersten operativen Phase seines neuen E-Invoicing-Rahmens unter dem Fiskalisierungsgesetz, häufig als Fiscalization 2.0 bezeichnet. Das kroatische Finanzministerium hat die ersten Umsetzungsindikatoren für den Zeitraum vom 1. bis 13. Januar 2026 veröffentlicht. Die Zahlen geben einen frühen Einblick in den Einführungsstand und die praktischen Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind.

Dieses Update baut auf früheren Bestätigungen auf, dass Kroatien zu verpflichtendem B2B- und B2G E-Invoicing übergeht, wie in B2B and B2G e-invoicing becomes mandatory in Croatia
beschrieben.

Es folgt zudem auf die Bestätigung des Startzeitpunkts 2026, behandelt in Croatia confirms mandatory e-invoicing from 2026.

Frühe Zahlen zeigen Skalierung und Dynamik

Nach Angaben des Ministeriums wurden in den ersten dreizehn Tagen im Januar 2026 mehr als 1,6 Millionen E-Rechnungen fiskalisiert. Fast 300.000 Steuerpflichtige nahmen teil, davon nutzten 96.011 die staatliche MikroeInvoice-Anwendung.

Diese Zahlen zeigen, dass die technische Infrastruktur aktiv ist und Volumen verarbeiten kann. Sie bestätigen auch, dass eine grosse Gruppe von Steuerpflichtigen bereits konkrete Schritte unternommen hat, um die neuen Anforderungen zu erfüllen.

Gleichzeitig betont das Ministerium, dass diese frühen Ergebnisse zusammen mit mehreren strukturellen Themen betrachtet werden müssen, die noch zu adressieren sind.

Access Points und Autorisierung bleiben ein Schwachpunkt

Eines der häufigsten Themen betrifft nicht bestätigte Access Points. Einige Steuerpflichtige haben diesen verpflichtenden Schritt noch nicht abgeschlossen, obwohl er Voraussetzung für eine korrekte Fiskalisierung ist. Die Steuerverwaltung hat angekündigt, Betroffene proaktiv zu informieren, die ihren Access Point noch bestätigen müssen.

Ausserdem haben einige Steuerpflichtige keine autorisierte Person in der FiskApplication registriert und auch keinen Informationsintermediär beauftragt. In diesen Fällen werden fiskalisierte Rechnungsdaten nicht korrekt erfasst, selbst wenn Rechnungen technisch ausgestellt werden.

Dies bestätigt frühere Hinweise zur Bedeutung der organisatorischen Vorbereitung, die bereits betont wurden, als Kroatien den Status seines E-Invoicing-Systems erläuterte in
Croatia clarifies e-invoicing system status.

Softwareabgleich und Einhaltung von Standards

Ein weiteres wiederkehrendes Thema im Update des Ministeriums ist die Software-Reife. Sowohl Unternehmer als auch Informationsintermediäre passen ihre Lösungen noch an, um die veröffentlichten technischen Dokumente vollständig umzusetzen.

Trotz rechtlicher Vorgaben und eines öffentlichen Validierungstools erfüllen viele eingereichte E-Rechnungen nicht die verpflichtenden Datenanforderungen des EU-Standards und der kroatischen Erweiterungen. In der Folge werden Fiskalisierungsnachrichten abgewiesen oder vom System nicht korrekt empfangen.

Das zeigt ein Muster, das auch bei anderen europäischen E-Invoicing-Einführungen zu sehen ist. Technische Verfügbarkeit führt nicht automatisch zu einer korrekten Umsetzung, wenn Standards nicht konsequent eingehalten werden.

Dokumentation ist verfügbar, wird aber nicht immer genutzt

Die Steuerverwaltung stellt zudem fest, dass viele Fragen von Steuerpflichtigen Themen betreffen, die bereits in der umfangreichen technischen Dokumentation und den FAQs auf der Website beantwortet werden. Informationen sind vorhanden, werden aber nicht immer ausreichend konsultiert, bevor Implementierungsentscheidungen getroffen werden.

Um Erwartungen zu steuern, hat das Ministerium klar gemacht, dass Fragen nicht beantwortet werden, wenn sie bereits in veröffentlichten Hinweisen erläutert sind, einschliesslich Erklärungen zur FiskApplication und zu Statusmeldungen von Fiskalisierungsnachrichten.

Vorübergehende Toleranz, aber klare Erwartungen

Für diese frühe Einführungsphase verfolgt die Steuerverwaltung einen kooperativen Ansatz. Es wurde bestätigt, dass keine Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Fehlern während der Einführung eingeleitet werden, sofern Steuerpflichtige kooperieren und erkannte Themen korrigieren.

Diese Toleranz gilt jedoch nicht für nicht konforme Praktiken. Das Ministerium hat bereits Fälle festgestellt, in denen Steuerpflichtige weiterhin falsche Rechnungsdaten oder andere Praktiken anwenden, die ausdrücklich gegen steuerliche Vorschriften verstossen.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Die ersten Indikatoren aus Januar 2026 zeigen, dass Kroatiens E-Invoicing-System operativ ist und breit genutzt wird, dass Compliance jedoch von mehr abhängt als nur technischer Konnektivität.

Unternehmen in Kroatien sollten diese Phase nutzen, um:

  • Access Points und Autorisierungen zu bestätigen
  • Softwarekonfigurationen gegen die veröffentlichten technischen Spezifikationen zu prüfen
  • E-Rechnungsinhalte gegen EU- und kroatische Standards zu validieren
  • interne Prozesse an die Fiskalisierungsanforderungen anzupassen

Frühe Korrekturen reduzieren operative Risiken, während Kroatien von der ersten Einführung zur vollständigen Durchsetzung von Fiscalization 2.0 übergeht.

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