Französische CTC-Reform beginnt Pilotphase

Sechs Monate Praxistest vor der E-Invoicing-Pflicht

Die French Tax Authority hat detaillierte Leitlinien zur französischen E-Invoicing-Pilotphase für Anfang 2026 veröffentlicht. Diese Pilotphase ist der erste Live-Test des nationalen E-Invoicing-Ökosystems vor der schrittweisen verpflichtenden Einführung ab September 2026.

Die französische E-Invoicing-Pilotphase ist der nächste Schritt in einer Roadmap, die durch schrittweise Aktualisierungen aufgebaut wurde. Frühere Veröffentlichungen bestätigten, dass Chorus Pro die Grundlage für die Rechnungsstellung im öffentlichen Sektor bleibt, gefolgt von Erläuterungen dazu, wie Frankreich auf die E-Invoicing-Einführung 2026 hinarbeitet. Weitere Beiträge befassten sich mit den letzten Schritten zum E-Invoicing-Mandat 2026 sowie mit der Veröffentlichung aktualisierter technischer Standards. Die Pilotphase überführt diese politischen Entscheidungen und Spezifikationen nun in die operative Praxis.

Zeitplan und Umfang

Die französische E-Invoicing-Pilotphase läuft von Ende Februar 2026 bis Ende August 2026. In diesem sechsmonatigen Zeitraum tauschen akkreditierte Partnerplattformen (PAs) und ausgewählte Unternehmen elektronische Rechnungen unter Live-Bedingungen aus.

Testdaten sind in der französischen E-Invoicing-Pilotphase nicht zulässig. Alle Rechnungen und Lifecycle-Nachrichten müssen auf realen Geschäftsvorgängen basieren, damit die Pilotphase reale Produktionsumgebungen und operative Abläufe widerspiegelt.

Teilnahme an der Pilotphase

Die Teilnahme an der französischen E-Invoicing-Pilotphase ist auf PAs beschränkt, die erfolgreiche End-to-End-Tests mit dem Public Portal (PPF) abgeschlossen haben. Diese Voraussetzung steht im Einklang mit früheren Meilensteinen in der Vorbereitung auf das Mandat 2026, bei denen technische Reife und Interoperabilität als zentrale Kriterien galten.

Einer der bestätigten Teilnehmer ist Sovos, das den französischen Akkreditierungsprozess einschließlich umfassender Interoperabilitätstests abgeschlossen hat. Die Teilnahme ermöglicht es Unternehmen, frühzeitig praktische Erfahrungen mit dem neuen Rahmenwerk zu sammeln und gleichzeitig zur Weiterentwicklung des Ökosystems beizutragen.

Anforderungen für Plattformen und Unternehmen

Die Teilnahme an der französischen E-Invoicing-Pilotphase ist mit klaren Verpflichtungen verbunden. Jede PA muss eine formelle Charta unterzeichnen und die ausdrückliche Zustimmung der Kunden für die eingehende und ausgehende Rechnungsverarbeitung einholen.

Darüber hinaus muss das zentrale Verzeichnis gültige elektronische Adressen enthalten. Das bedeutet, dass teilnehmende Unternehmen bereits in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen über ihre gewählte Plattform zu empfangen und zu verarbeiten, auch wenn die vollständige Verpflichtung noch nicht gilt.

Datenaustausch ohne Steuerreporting

Obwohl Rechnungen während der französischen E-Invoicing-Pilotphase über das PPF ausgetauscht werden, werden keine Rechnungsdaten an die Steuerbehörde übermittelt. Diese Trennung ermöglicht es Plattformen und Unternehmen, technische Abläufe, Datenaustausch und Lifecycle-Nachrichten zu validieren, ohne Reporting- oder Durchsetzungspflichten auszulösen.

Dieser Ansatz entspricht der schrittweisen Implementierungsstrategie Frankreichs, die darauf abzielt, Risiken zu reduzieren und den Marktteilnehmern ausreichend Anpassungszeit zu geben. Offizielle Informationen stellt das Portal der französischen Steuerbehörde bereit.

Technische Standards

Technisch gesehen folgt die französische E-Invoicing-Pilotphase zunächst Version 3.0 der externen Spezifikationen, die im Dezember 2024 veröffentlicht wurden. Ab Juni 2026 wird die Pilotphase auf Version 3.1 umgestellt, die im November 2025 erschienen ist.

Rechnungsformate und Lifecycle-Statusmeldungen basieren auf den AFNOR-Standards XP Z12-012 und XP Z12-014. Version 1.1 gilt in der Anfangsphase der französischen E-Invoicing-Pilotphase, während Version 1.2 ab Juni 2026 Anwendung findet. Weitere Informationen zu AFNOR sind auf der Website von AFNOR verfügbar.

Vereinfachungen

Die Spezifikationen der französischen E-Invoicing-Pilotphase berücksichtigen zudem regulatorische Vereinfachungen, die von der französischen Regierung im August 2025 angekündigt wurden. Dazu zählen die optionale Angabe der Anzahl von Transaktionen im E-Reporting sowie der Wegfall von Verweisen auf frühere Übermittlungen.

Diese Maßnahmen reduzieren die technische Komplexität für teilnehmende Plattformen und stehen im Einklang mit den zuvor veröffentlichten Standards für die Einführung 2026.

Bedeutung für Unternehmen

Strategisch bestätigt die französische E-Invoicing-Pilotphase den Ansatz Frankreichs, den Übergang zur verpflichtenden elektronischen Rechnungsstellung risikoarm zu gestalten. Durch sechs Monate Live-Tests mit realen Daten sollen operative Herausforderungen frühzeitig erkannt und gelöst werden.

Für Unternehmen, die sich auf die Compliance vorbereiten, bietet die französische E-Invoicing-Pilotphase frühzeitige Einblicke in die praktischen Anforderungen und unterstreicht die Bedeutung einer technisch vorbereiteten und aktiv eingebundenen Plattform.

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